Bohrung nicht fündig: Geothermie-Projekt beendet

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Im Südhessischen Trebur im Landkreis Groß-Gerau ist ein Tiefen-Geothermie-Projekt für beendet erklärt worden. Der Betreiber Überlandwerk Groß-Gerau GmbH (ÜWG) teilte auf mit, dass die seit März laufenden Probebohrungen nicht die erhofften Ergebnisse geliefert hat.

Trebur. Nach 4185 Metern war Schluss. Das seit 2007 geplante erste Tiefen-Geothermie-Kraftwerk in Hessen wird nicht realisiert werden. Eine Probebohrung, die seit März 2016 durchgeführt wurde, stieß im Gestein unter Trebur nicht auf die nötigen Reserven an thermalen Grundwasser, mit dem die Energie gewonnen werden könne. Daher beschloss der Betreiber, das Projekt komplett einzustellen.
Zuvor ergaben Messungen an der Oberfläche, dass „wahrscheinlich“ genug Grundwasser vorhanden sei. Genaue Ergebnisse habe aber nur die durchgeführte Bohrung liefern können.

Mit dem Geothermie-Kraftwerk hätten 21.000 Menschen im Landkreis Groß-Gerau mit Strom versorgt werden können. Die ÜWG wollte mit dem Bau die Energiewende in der Region vorantreiben und ein Zeichen für die Verwendung von Geothermie setzen.Eine Inbetriebnahme war für 2017 geplant.

Was mit der durchgeführten Bohrung geschehen soll, wird in den kommenden Monaten entschieden werden. Zur Diskussion stehen zur Zeit zwei Optionen. Zum einen eine komplette Verfüllung des Bohrlochs. Zum anderen könnte eine Tiefe-Erdwärmesonde verwendet werden, um zumindest umliegende Gewerbegebiete und landwirtschaftliche Betriebe mit Strom versorgen.

Ein gutes hatte die Bohrung auf jeden Fall: Man stieß im Rotliegenden auf Gesteine, die so noch nie im nördlichen Oberrheingraben beschrieben werden. Diese Erkenntnisse werden der Nachwelt erhalten bleiben und können bei zukünftigen Arbeiten mit der Geologie des Oberrheingrabens eine sinnvolle Anwendung finden.

Homepage Geothermie Trebur


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Jens ist 22, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.