Ausgedehnte Flusssysteme in der „Arabia Terra“ – Ebene auf dem Mars entdeckt

Veröffentlicht von
Share Button

Ein internationales Team von Wissenschaftlern unter der Leitung des University College in London hat ein über 10.500 Meilen (17.000 km) langes System alter Flusskanälen in der Marsregion namens „Arabia Terra“ entdeckt, ein weiterer Beweis dafür, dass einmal Wasser auf dem Mars existiert haben muss. Und zwar in so großen Mengen, dass es ganze Flusssysteme speisen konnte.

 

Seit den 1970er Jahren haben die Planetenforscher Täler und Kanäle auf dem Mars identifiziert, die in der Form denen auf der Erde ähnelten: Geformt durch fließendes Wasser und Erosion. Auf „Arabia Terra“ hat man bislang solche Oberflächenstrukturen nicht entdecken können, bis Dr. Davis und beteiligte Wissenschaftler hochauflösende Bilder der NASA-Sonde „Mars Reconnaissance Orbiter“ näher untersuchten.

 

Das Team untersuchte Bilder, die eine Fläche in etwa der Größe von Brasilien abdecken. Diese Bilder haben eine viel höhere Auflösung, als dies bisher möglich war – 20 Fuß (6 m) pro Pixel im Vergleich zu 330 Fuß (100 m) pro Pixel.

 

Während einige Täler identifiziert wurden, zeigten die Wissenschaftler die Existenz zahlreicher Systeme von versteinerten Flussbetten, die über die „Arabia Terra“-Ebene verbreitet als invertierte Kanäle sichtbar sind.

Sie bestehen aus Sand und Kies, die von einem Fluss als Sedimente abgelagert wurden. Das umgebende höherstehende Material wurde dann mit der Zeit erodiert und abgelagert.

Auf unserem Planeten treten diese Kanäle oft in trockenen Wüstenumgebungen wie in dem Oman, Ägypten oder Utah auf, wo Erosionsraten niedrig sind.

 

Die Arabia Terra Ebene auf dem Mars
Die Arabia Terra Ebene auf dem Mars

 

„Die Kanalsysteme in „Arabia Terra“ sind etwa 100 Fuß (30 m) hoch und bis zu 0,6 bis 1,2 Meilen (1-2 km) breit, so dass wir denken, dass sie wahrscheinlich die heutigen Überreste riesiger Flüsse sind, die vor Milliarden von Jahren dort flossen“, sagte Dr. Davis.

 

„Wir denken, die Flüsse waren vor etwa 3,9 – 3,7 Milliarden Jahren aktiv (Noachian Periode), aber nach und nach ausgetrocknet sind. Dann wurden sie schnell begraben und so vor Erosion geschützt. Biologisches Leben, dass hier einst existiert haben könnte, könnte so überdauert haben, oder zumindest die Spuren, das es hinterlassen hat.

 

„Diese alten Mars Flussauen wären geeignete Plätze, um nach Zeugen vergangenen Lebens zu suchen“, ergänzte Co-Autor Dr. Matthew Balme, der Open University.

„In der Tat, eine dieser Kanäle, der „Aram Dorsum“ ist ein Kandidat für einen Landeplatz der ExoMars Rover Mission der ESA, die im Jahr 2020 startet.“

 

 

Quelle: J.M. Davis et al. Extensive Noachian fluvial systems in Arabia Terra: Implications for early Martian climate. Geology, published online August 2, 2016; doi: 10.1130/G38247.1

Ähnliche Beiträge
Durch neue Analysemethoden konnte ein internationales Forscherteam mit Innsbrucker Beteiligung neue Erkenntnisse über die Entstehung
Induktionserwärmung kann den Energiehaushalt eines Planeten so stark verändern, dass sein Inneres zum Schmelzen gebracht
Das Element Kohlenstoff und seine Verbindungen bilden die Grundlage für irdisches Leben. Kurzzeitige Aufheizprozesse im
Meteoriteneinschläge haben die Oberfläche des Mars über Milliarden Jahre verändert. Die aktuellen Bilder der vom
Seit der ersten Beobachtung eines "Exoplaneten" sind inzwischen fast viertausend Planeten an anderen Sternen in
The following two tabs change content below.

Pia Gaupels

Pia Gaupels, 30, Bibliotheksinformationsstudium an der TH Köln von 2007-2010. Studiert seit 2014 an der Universität Münster Geowissenschaften. Der Schwerpunkt liegt auf Planetare Geologie und Geoinformationswissenschaften. Sie hat die Facebook-Seite GeoHorizon gegründet. Zudem hat sie ausgeprägte Fähigkeiten in der Bild- und Videobearbeitung.