Neustart für Geothermie-Kraftwerk Landau

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Nach nur sieben Jahren Betrieb wurde das Geothermie-Kraftwerk im Rheinlandpfälzischen Landau im Jahr 2014 vorübergehend still gelegt. Erdbeben, Bodenhebungen und Risse, die in direktem Zusammenhang mit dem Kraftwerk standen, sorgten in Landau und Umgebung für Unbehagen. Nun steht eine Wiederinbetriebnahme des umstrittenen Projektes bevor.

Landau. Zwischen 2007 und 2014 war das Tiefengeothermieprojekt in Landau im südlichen Rheinland-Pfalz im Betrieb und erzeugte dabei Strom mit einer Leistung von mehreren Megawatt. Es galt als saubere Stromquelle, bei der Wasser in 3000 Metern Tiefe innerhalb einer Muschelkalk-Schicht auf über 150° erwärmt wird. Durch den höhen Druck gelangt dieses Wasser in eine Teufe von 40 Metern und kann dadurch abgepumpt werden. Doch nur zwei Jahre nach Betriebsbeginn zeigten sich Schattenseiten. Zunehmend Erdbeben rund um Landau, die von der Bevölkerung deutlich verspürt wurden und Schäden verursachten. In den Jahren darauf hebte sich der Boden, Risse bildeten sich, es gab weitere Schäden. Viele Bürger setzten sich in Initiativen gegen den Betrieb ein, der dann schließlich 2014 vorläufig endete.

Bohrung am Geothermie-Kraftwerk Landau (Wikipedia, C. Ableiter, 2009)
Bohrung am Geothermie-Kraftwerk Landau (Wikipedia, C. Ableiter, 2009)

Seit dem waren die Betreiber mit der Wartung der Anlage beschäftigt. Diese Arbeiten sind, nach Angaben des Betreibers, so gut wie abgeschlossen. Es ist geplant nach einer Testphase das Kraftwerk wieder in Betrieb zu nehmen. Sicherheitsbedenken äußerte der Betreiber nicht. Man habe die Probleme von damals erkannt und diese behoben. Ursache für die Zwischenfälle soll ein Leck in einer Bohrlochdichtung gewesen sein.
Das Landesamt für Geologie und Bergbau bleibt angesichts der Vorkommnisse skeptisch. Prinzipiell stehe einer Wiederinbetriebnahme nicht im Weg, sofern alle notwendigen Unterlagen bei den Behörden eingereicht werden. Dies werde wohl erst Anfang 2017 der Fall sein.

Auch in Landaus Nachbargemeinde Insheim befindet sich eine Geothermie-Anlage des gleichen Betreibers. An dieser wurde der Betrieb 2015 aufgenommen. Dort wurden allein im Jahr 2016 zehn kleine Erdbeben registriert.

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Jens ist 22, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.