Möglicherweise ältester Vorfahre aller Deuterostomia (Neumünder) entdeckt

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Ein Team aus Paläontologen verschiedener Forschungseinrichtungen hat den möglicherweise ältesten Vorfahren aller Neumünder (Deuterostomia) in Gesteinsschichten aus der chinesischen Provinz Shaanxi gefunden. Die Schichten sind 540 Millionen Jahre alt und stammen somit aus dem tiefsten Unteren Kambrium. Bei dem  millimetergroßen Fossil handelt es sich um einen Bewohner der Mesofauna (höchstens 1 mm große Organismen, die im Boden leben) mit sackartiger Gestalt und markantem dehnbaren Mund, aber ohne Anus.

So könnte der Vorläufer aller Deuterostomia ausgesehen haben.
Abbildung: © S Conway Morris / Jian Han

Deuterostomia (Neumünder) umfassen Tiergruppen wie Echinodermata (Stachelhäuter), Hemichordata (Kiemenlochtiere) und alle Vertebraten. Bei den Deuterostomia wird anders als bei den Protostomia (Urmünder) während der embryonalen Entwicklung der Urmund zum After und der Mund i.e.S. bildet sich neu.

Kambrische Fossilien beider Obergruppen sind zahlreich, doch die Zwischenglieder der Evolution der Urmünder zu Neumündern sind kontrovers und rar. Der Fund  von Saccorhytus coronarius aus einer Lagerstätte  im südlichen China, die der Orsten Lagerstätte in Schweden ähnelt, könnte der lange gesuchte missing link sein.

„Mit bloßem Auge glichen die Fossilien winzigen schwarzen Körnern, aber unter dem Mikroskop wird ein atemberaubender Detailreichtum sichtbar“, berichtet  der Koautor  von Jian Han (Northwest University, Xi’an) Simon Morris von der University of Cambridge.

a–c, Holotype XX45-20. a, Left side, showing the body cones and circular pores. b, Two sub-layers of the integument around a body cone (Rbc2),with chevron pattern on the external and inner surfaces in Fig. 1a. c, Close-up of an oral protrusion in Fig. 1a. d–i, XX45-56. d, e, Close-ups of circular pores on the right, dorsal side. f–i, Chevron pattern on integument surface of dorsal side. j–l, XX48-64. j, Ventral view. k, Radial ribs of body cones defined as wavy margin, with integument composed of two sub-layers. l, Chevron pattern on integument surface.
(Han, J. et al.)

Mit dem extrem großen Mund, der von einem doppelten Ring aus Hautfalten umgeben ist, konnte Saccorhytus coronarius Wasser schlucken, aber auch größere Bröckchen oder sogar lebende Tiere, die dann als Nahrung dienten. Die Körperstruktur legt den Schluss nahe, dass es bereits über Muskeln verfügte, die eine Fortbewegung zwischen Sandkörnern ermöglichte. Acht seitliche Öffnungen, an den Seiten des Körpers gelegen, könnten dazu gedient haben, Wasser wieder ausströmen zu lassen und Abfälle loszuwerden, da das Tier keinen After besaß. Diese Körperöffnungen wurden dann im Laufe der Evolution zu Kiemen umgewandelt, vermuten die Forscher.

Quelle: Nature, 2017; doi: 10.1038/nature21072

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Ariane Paninski

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