16 Prozent der Deutschen bestreiten den Klimawandel

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Eine repräsentative Studie hat kürzlich festgestellt, dass 16 Prozent der Deutschen den Klimawandel infrage stellen. Das ist deutlich mehr als in anderen europäischen Ländern – so sind es in Frankreich nur sechs und in Norwegen nur vier Prozent. Gründe dafür wurden in der Studie nicht erforscht, es lässt sich allerdings vermuten, dass dies mit gezielten Desinformationskampagnen von politischen Parteien und Konzernen zusammenhängt.

Welche klaren Beweise gibt es also für den Klimawandel?

Als ersten und genauesten Beweis gibt es natürlich die Messungen der globalen Temperatur seit 1880. An diesen lässt sich erkennen, dass die globale Temperatur seit den 1970er Jahren schnell und kontinuierlich angestiegen ist. Über die letzten 25 Jahre erreichte der Anstieg sogar eine Geschwindigkeit von 0,2°C pro Jahrzehnt. Dabei ist zu beachten, dass in dieser Grafik die Durchschnittstemperatur des 20. Jahrhunderts als „Null“ angenommen wird. Betrachtet man die Temperaturen im Vergleich mit dem vorindustriellen Niveau, so war das Jahr 2016 bereits um 1,2°C wärmer.

Globale Temperaturanomalien von 1880 bis 2016 im Vergleich zum Durchschnitt des 20. Jahrhunderts

Viel länger, als die Temperaturaufzeichnungen zurückgehen, gibt es Korallenriffe wie das Great Barrier Reef vor der Küste Australiens. Dieses wächst und gedeiht bereits seit ca. 25 Millionen Jahren. Im Rekordjahr 2016 starben große Teile davon ab oder lagen im Sterben, fast keine Koralle blieb unbeschädigt. Und wenn ein so komplexes System von Pflanzen und Tieren, das 25 Millionen Jahren an natürlichem Klima problemlos überlebt hat, plötzlich so stark ins Straucheln kommt, kann das nur an von Menschen verursachten Klimaveränderungen liegen.

Ein weiterer Beweis für den Klimawandel ist das Abschmelzen von Seeeis und Gletschern überall auf der Erde. Nachdem die Arktis schon seit den 1980er Jahren von Jahrzehnt zu Jahrzehnt Seeeis verlor, erreichte auch in der Antarktis die Seeeisbedeckung in den letzten Wochen nie zuvor beobachtete Minima. Insgesamt ist die weltweite Seeeisbedeckung aktuell (Stand: 13. März) 2,32 Millionen Quadratkilometer geringer als der Durchschnitt für den 13. März von 1980-2010. Das ist mehr als die sechsfache Fläche Deutschlands. Aber auch in Deutschland lässt sich der Schwund von Eis beobachten: Die Alpengletscher sind seit Mitte des 19. Jahrhunderts um 60 Prozent geschrumpft.

All dies sind Beweise, dass sich das Klima erwärmt. Wie kann man aber sicher sein, dass die Menschen etwas damit zu tun haben? Dazu muss man die Physik des Klimawandels betrachten. Die Erde absorbiert ständig Sonnenenergie und strahlt ständig Wärme ab. Ein Teil dieser Wärme entflieht ins All, ein Teil wird von der Atmosphäre zur Oberfläche zurückreflektiert. Durch menschliche Aktivitäten hat sich die Zusammensetzung der Atmosphäre verändert, der „Strahlungsantrieb“, der beschreibt, wieviel Energie zusätzlich zurückgeworfen wird, wurde immer größer. Allein durch den CO2-Ausstoß wurde eine Erhöhung von 2 Watt pro Quadratmeter bewirkt. Stickoxide, Methan und eine Vielzahl weiterer Treibhausgase sorgen dafür, dass insgesamt etwa 3 Watt pro Quadratmeter mehr zurückgestrahlt werden. Das optimistischste Szenario des 2013er IPCC-Reports ging davon aus, dass sich der Strahlungsantrieb bis Mitte des Jahrhunderts auf maximal 3,1W/m^2 erhöhen, bis Ende des Jahrhunderts aber wieder auf 2,6W/m^2 absinkt. Für dieses Szenario wurde eine Temperaturerhöhung um 1,7°C +/- 0,4°C gegenüber dem vorindustriellen Niveau berechnet; das 2°C-Ziel würde in diesem Fall also wahrscheinlich erreicht werden. Zieht man allerdings in Betracht, dass der Strahlungsantrieb im Jahr 2000 noch unter 2,5W/m^2 betrug und seitdem um durchschnittlich 0,03W/m^2 pro Jahr gestiegen ist, erscheint es sehr unwahrscheinlich, dass er die Marke von 3,1W/m^2 nicht überschreiten wird.