Neuer Raubsaurier wird nach kanadischem Paläontologen Currie benannt

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Wissenschaftler des Royal Ontario Museum (ROM) und dem Philip J. Currie Dinosaurier Museum haben eine neue Dinosaurierart zu Ehren des renommierten kanadischen Paläontologen Dr. Philip J. Currie benannt: Albertavenator curriei. Übersetzt bedeutet er soviel wie „Currie’s Jäger aus Alberta“. Dieser vogelähnliche Dinosaurier wanderte vor ungefähr 71 Millionen Jahren durch das berühmte, in Alberta liegende, Red Deer River Valley (Kanada). Der nun vergebene Name ehrt Currie’s jahrzehntelange Arbeit über Albertas Raubsaurier. Die neuesten Forschungsergebnisse über die neue Art werden am 17. Juli im „Canadian Journal of Earth Sciences“ veröffentlicht.

Illustration des Albertavenator curriei
(Bild: Oliver Demuth)

Paläontologen dachten zunächst, dass die Knochen von Albertavenator zu seinem nahen Verwandten Troodon gehörten, der vor rund 76 Millionen Jahren lebte – fünf Millionen Jahre vor Albertavenator. Troodon konnte etwa 2,5 bis 3 Meter lang werden und bis zu 50 kg schwer. Beide Dinosaurier gingen auf zwei Beinen, waren mit Federn bedeckt und gingen einem Menschen etwa bis zur Hüfte. Neue Vergleiche von Knochen, die die Oberseite des Kopfes bilden, zeigen, dass Albertavenator einen deutlich kürzeren und robusteren Schädel hatte als Troodon, seinem berühmten, intelligenten Verwandten.

„Die empfindlichen Knochen dieser kleinen gefiederten Dinosaurier sind sehr selten. Wir hatten Glück, ein wichtiges Stück des Schädels zu haben, das es uns erlaubte, Albertavenator als neue Art unterscheiden zu können.“, sagte Dr. David Evans, leitender Kurator der Wirbeltierpaläontologie am Royal Ontario Museum, und Leiter des Projekts. „Wir hoffen in Zukunft ein kompletteres Skelett von Albertavenator zu finden, denn das würde uns so viel mehr über dieses faszinierende Tier erzählen.“

Die Identifizierung neuer Arten aus fragmentarischen Fossilien ist eine Herausforderung. Kompliziert wird die Zuordnung dieses neuen Fundes auch durch die hunderten und aberhunderten isolierten Zähne die in Alberta gefunden wurden und zuvor fälschlicherweise Troodon zugeschrieben wurden. Zähne eines Kiefers, die wahrscheinlich zu Albertavenator gehören, sind denen von Troodon sehr ähnlich und machen sie unbrauchbar, um sicher zwischen den beiden Arten zu unterscheiden.

„Diese Entdeckung hebt hervor, wie wichtig es ist, Skelettmaterial von diesen seltenen Dinosauriern zu finden und zu untersuchen“, schloss Derek Larson, Co-Autor der Studie und Assistenzkurator des Philip J. Currie Dinosauriermuseums. “

Größenvergleich 
(Bild: Oliver Demuth)

Die Identifizierung einer neuen Art von Troodontidae aus der späten Kreidezeit Nordamerikas zeigt, dass die bislang gering scheinende Vielfalt der kleinen, in der Kreidezeit von Nordamerika lebenden, Dinosaurier aufgrund der Schwierigkeit der Zuordnung fragmentarischer Fossilien, unterschätzt wird.

„In diesem Fall war dies nur möglich durch unsere detaillierten anatomischen und statistischen Vergleiche der Schädelknochen, die wir zwischen Albertavenator und Troodon unterscheiden konnten“, sagte Thomas Cullen, ein Ph.D. Student der Universität von Toronto und Co-Autor der Studie.

Die Fossilien von Albertavenator, die von Evans und seinem Team untersucht wurden, sind in den Sammlungen des Royal Tyrrell Museums untergebracht. Dies ist ein weiteres Beispiel für eine neue Art von Dinosaurier, die bei einer erneuten Untersuchung von in Vergessenheit geratener Museumsbestände entdeckt wurde, die kontinuierlich unser Verständnis der Evolution des Lebens auf der Erde erweitern. Diese Studie deutet darauf hin, dass detailliertere Studien fragmentarischer Fossilien zusätzliche, derzeit noch nicht erkannte, Arten hervorbringen können.

 

Veröffentlichung:

David C. Evans, Thomas M. Cullen, Derek W. Larson, Adam Rego. A new species of troodontid theropod (Dinosauria: Maniraptora) from the Horseshoe Canyon Formation (Maastrichtian) of Alberta, CanadaCanadian Journal of Earth Sciences, 2017; 813 DOI: 10.1139/cjes-2017-0034

Quelle: off. Pn des ROM

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Pia Gaupels

Pia Gaupels, 30, Bibliotheksinformationsstudium an der TH Köln von 2007-2010. Studiert seit 2014 an der Universität Münster Geowissenschaften. Der Schwerpunkt liegt auf Planetare Geologie und Geoinformationswissenschaften. Sie hat die Facebook-Seite GeoHorizon gegründet. Zudem hat sie ausgeprägte Fähigkeiten in der Bild- und Videobearbeitung.