Mögliche Verbindung zwischen US-Tornadoaktivität und arktischem Meereis entdeckt

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Die Auswirkungen des globalen Klimawandels, die in der Arktis zu beobachten sind, könnten das Wetter für Millionen von Amerikanern deutlich mehr beeinflussen, als man bislang vermutet hat, berichten Forscher. Eine neue Studie University of Illinois at Urbana-Champaign der legt nahe, dass Veränderungen in der atmosphärischen Zirkulation, die mit einem Verlust des arktischen Meereises einhergehen, teilweise dafür verantwortlich sein können.

Die Vereinigten Staaten haben in den letzten zehn Jahren viele Veränderungen bei Unwettern beobachtet, darunter weniger Tornados als in der Vergangenheit. 

Atmosphärenwissenschaftler der Universität von Illinois in Urbana-Champaign und der Purdue University berichten über ihre Ergebnisse in der Zeitschrift Climate and Atmospheric Science.

“Eine Beziehung zwischen arktischem Meereis und Tornados in den USA mag unwahrscheinlich erscheinen”, sagte Jeff Trapp, Professor für Atmosphärenwissenschaften an der Universität von Michigan und Co-Autor. “Aber es ist schwer, die zunehmenden Beweise für eine Verbindung zu ignorieren.”

Die Forscher führten statistische Analysen von fast drei Jahrzehnten historischer Wetter- und Klimadaten durch und fanden signifikante Korrelationen zwischen der Tornadoaktivität und dem Ausmaß des arktischen Meereises – insbesondere im Juli.

Das Team glaubt, dass die Verringerung der Tornadoaktivität darauf hinweist, dass das abnehmende arktische Meereis den Weg des Jetstreams beeinflusst. Wenn sich das arktische Meereis zurückzieht, wandert der Jetstream von seinem traditionellen Sommerpfad über Staaten wie Montana und South Dakota in weiter nördlich gelegene Gebiete, und die atmosphärischen Bedingungen, die für die Tornado-Bildung günstig sind, folgen.

“Tornados und ihre Stammgewitter werden durch Windscherung und Feuchtigkeit angetrieben”, sagte Trapp. “Wenn der Jetstream nach Norden wandert, benötigt er zwar die Windscherung, aber nicht immer die Feuchtigkeit. Obwohl sich Gewitter noch entwickeln können, tendieren sie dazu, keine Tornados zu erzeugen, weil nun einer der wesentlichen Bestandteile der Tornado-Bildung fehlt. “

Das Team ist der Ansicht, dass die Korrelation zwischen dem Rückzug des arktischen Eises und der Jetstream-Migration zu Fortschritten bei der saisonalen Unwettervorhersage führen kann.

Es bleibt unklar, warum diese Korrelation im Juli besonders dominant ist, sagten die Forscher; Und sie geben zu, dass sie bislang nur die Spitze des Eisbergs verstehen, wenn es darum geht, die globalen Auswirkungen des Klimawandels und der Klimavariabilität bei Unwettern zu verstehen.

“Einer der Gründe, warum wir uns auf das Meereis konzentriert haben, ist, dass es sich, wie der Ozean und das Land, relativ langsam entwickelt”, sagte Trapp. “Da Meereis und die Atmosphäre gekoppelt sind, ist die Reaktion der Atmosphäre auch relativ langsam. Wir können diese Eigenschaft nutzen, um langfristige Vorhersagen für Tornados und Hagel zu treffen, ähnlich wie Vorhersagen für die Hurrikansaisons getroffen werden.” Aber Trapp betont, dass sie vorher die treibenden Kräfte des Meereis-Wandels verstehen müssen und welche Rolle die Tropen spielen könnten.


Veröffentlichung: Robert J. Trapp, Kimberly A. Hoogewind. Exploring a possible connection between U.S. tornado activity and Arctic sea ice. npj Climate and Atmospheric Science, 2018; 1 (1) DOI: 10.1038/s41612-018-0025-9

Quelle: off. Pm der University of Illinois at Urbana-Champaign

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Pia Gaupels

Pia Gaupels, 30, Bibliotheksinformationsstudium an der TH Köln von 2007-2010. Studiert seit 2014 an der Universität Münster Geowissenschaften. Der Schwerpunkt liegt auf Planetare Geologie und Geoinformationswissenschaften. Sie hat die Facebook-Seite GeoHorizon gegründet. Zudem hat sie ausgeprägte Fähigkeiten in der Bild- und Videobearbeitung.

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