Vorombe titan: Der größte Vogel der Welt kam aus Madagaskar

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Nach jahrzehntelangen widersprüchlichen Beweisen und zahlreichen Publikationen haben Wissenschaftler des Zoologischen Instituts der Zoologischen Gesellschaft (Zoological Society of London) die Debatte um den “Weltgrößten Vogel” endlich beendet. Vorombe titan (“großer Vogel”, madagassisch und griechisch), hat den Titel bekommen. Er wurde bis zu 800 kg schwer und bis zu 3 m groß. Durch die Forschung wurde auch eine bislang unerwartet große Biodiversität unter den madagassischen Lebewesen entdeckt. 

Bis jetzt waren 15 verschiedene Arten von Elefantenvögeln unter zwei Gattungen identifiziert. Allerdings stimmt das nicht. Das zeigt jetzt die Forschung von ZSL-Wissenschaftlern unter Verwendung neuer strengerer und quantitativer Beweise. Bewaffnet mit einem Maßband und einem Paar Greifzirkeln analysierte Dr. Hansford Hunderte von Elefantenvogelbeinen aus Museen auf der ganzen Welt, um den größten Vogel der Welt zu entdecken, während auch die Taxonomie auf drei Gattungen und mindestens vier verschiedene Arten verteilt wird; Dies stellt die erste taxonomische Neubewertung der Familie seit über 80 Jahren dar.

Elefantenvögel (zur Familie Aepyornithidae gehörend) sind eine ausgestorbene Gruppe kolossaler flugunfähiger Vögel, die Madagaskar im späten Quartär durchstreiften, wobei zwei Gattungen (Aepyornis und Mullerornis) bereits von Wissenschaftlern anerkannt wurden. Die erste zu beschreibende Art, Aepyornis maximus, wurde oft als der größte Vogel der Welt angesehen. Im Jahr 1894 beschrieb der britische Wissenschaftler C. W. Andrews eine noch größere Art, Aepyornis titan, dies wurde allerdings als ungewöhnlich großes Exemplar von A. maximus abgetan. ZSLs Forschungsergebnisse zeigen jedoch, dass Andrews “Titan” Vogel tatsächlich eine eigenständige Spezies ist. Die Form und Größe seiner Knochen unterscheidet sich so sehr von allen anderen Elefantenvögeln, dass ihm der neue Gattungsname Vorombe von ZSL verliehen wurde.

Knochen von Vorombe titan (Foto: ZSL)

Der leitende Autor des ZSL-Instituts für Zoologie, Dr. James Hansford, sagte: “Elefantenvögel waren die größten von Madagaskars Megafauna und wohl eine der wichtigsten in der Evolutionsgeschichte der Inseln – sogar noch mehr als Lemuren. Dies liegt daran, dass große Tiere einen enormen Einfluss auf das weitere Ökosystem haben, in dem sie leben. Sie kontrollieren in einem bestimmten Umfang die Vegetation, indem sie Pflanzen fressen, Biomasse ausbreiten und Samen durch die Defäkation verteilen. Madagaskar leidet auch heute noch unter den Auswirkungen, dass diese Vögel ausgestorben sind.

Co-Autor Professor Samuel Turvey vom ZSL-Institut für Zoologie sagte: “Ohne ein genaues Verständnis vergangener Artenvielfalt können wir die Evolution oder Ökologie in einzigartigen Inselökosystemen wie Madagaskar nicht richtig verstehen oder genau rekonstruieren, was seit der Ankunft der Menschen verloren gegangen ist. Das Wissen um die Geschichte des Verlustes der biologischen Vielfalt ist entscheidend, um zu bestimmen, wie die bedrohten Arten von heute erhalten werden können. “

Die Daten wurden mithilfe einer neuartigen Kombination von maschinellem Lernen und der Bayes’schern Clusterbildung analysiert Dr. Hansford wandte moderne Techniken an, um einen 150 Jahre alten taxonomischen Knoten zu lösen. Die Ergebnisse werden das moderne Verständnis dieser rätselhaften aviären Megafauna bilden. Die Enthüllung, dass der größte dieser Vögel von der Geschichte vergessen wurde, ist nur ein Teil ihrer bemerkenswerten Geschichte.


Veröffentlichung:  James P. Hansford, Samuel T. Turvey. Unexpected diversity within the extinct elephant birds (Aves: Aepyornithidae) and a new identity for the world’s largest birdRoyal Society Open Science, 2018; 5 (9): 181295 DOI: 1098/rsos.181295

Quelle: off. Pm der  Zoological Society of London

Titelbildunterschrift: Rekonstruktion von Vorombe titan (Ill: Jaime Chirinos)

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Pia Gaupels

Gründerin bei GeoHorizon
Pia Gaupels, *86, Bibliotheksinformationsstudium an der TH Köln von 2007-2010. Studiert seit 2014 an der Universität Münster Geowissenschaften. Der Schwerpunkt liegt auf Planetare Geologie und Geoinformationswissenschaften. 2015 gründete Sie die Seite Geohorizon. Sie ausgeprägte Fähigkeiten in der Bild- und Videobearbeitung und arbeitet seit 2018 wieder als Bibliothekarin.