Die Kobaltlagerstätten der Erde bildeten sich viel später als bisher angenommen

Veröffentlicht von
Share Button

Die Demokratischen Republik Kongo ist einer der größten Regionen des Kobaltabbaus der Erde. Eine neue Studie der der University of Alberta zeigt nun, dass die Vorkommen dort 150 Millionen Jahre jünger sind, als bisher angenommen. Die Studie liefert wichtige Einblicke in die Erkundung von Kobalt, einer wichtigen Komponente für wiederaufladbare Batterien.

“Kobalt ist aufgrund seiner Verwendung als Bestandteil in wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Batterien, von Handys bis zu Hybridautos, zu einem äußerst wichtigen Metall geworden”, sagte Robert Creaser, Professor am Department of Earth and Atmospheric Sciences. Mit Kobalt können wiederaufladbare Batterien ohne Überhitzung Energie speichern. Es ist ein strategisches Metall für die technologische Revolution und entscheidend für den Kampf gegen den Klimawandel.

“Mit diesem neuen Wissen über den Zeitpunkt von Ereignissen, aus denen Kobaltvorkommen entstanden sind, können wir Regionen festlegen, in denen bekannte Kobaltvorkommen erkundet und neue entdeckt werden.”

In Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Postdoc-Kollegen Nicolas Saintilan, der heute an der ETH Zürich in der Schweiz tätig ist, untersuchte Creaser die reichen Kobaltvorkommen in der Demokratischen Republik Kongo mit einem neuen Rhenium-Osmium-Datierungssystem. Ihre Ergebnisse zeigen, dass die Kobalt- und Kupfermineralisierung vor 610 bis 470 Millionen Jahren während eines Gebirgsaufbaus und einer Verformung in den Bergen stattfand, was darauf schließen lässt, dass sich die Vorkommen 100 bis 150 Millionen Jahren früher gebildet haben, als ursprünglich angenommen.

Aufgrund seiner Verwendung bei der Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien ist Kobalt auf dem internationalen Markt ein heißbegehrter Rohstoff und schafft einen starken Wettbewerb. Die meisten großen Kobaltvorkommen befinden sich in sich erst entwickelnden oder von Armut betroffenen Regionen in Zentralafrika. Creaser erklärte, dass sich die Erforschung der Vorkommen aufgrund offener Fragen bei den Menschenrechten, der Geopolitik und der Nachhaltigkeit versumpfen kann.

„Der Witz ist, dass die westliche Welt Kobalt benötigt, die Bedingungen aber an Orten, an denen es abbaufähige Mengen gibt, ausbeuterisch sein können. Der größte Nutzen dieser Forschung besteht darin, die Möglichkeit zu eröffnen, weltweit mehr potenzielle Gebiete für Kobaltquellen zu finden. Diese Hintergrundinformationen helfen Explorationsgeologen dabei, Ideen zu entwickeln, wo und wo nicht zu suchen ist.“

_______________________________________________________________________

Veröffentlichung: J. Saintilan, D. Selby, R. A. Creaser & S. Dewaele: Sulphide Re-Os geochronology links orogenesis, salt and Cu-Co ores in the Central African Copperbelt. Scientific Reports, 2018, Volume 8, Article number: 14946.

Quelle: off. Pm der University of Alberta

Titelbildunterschrift: Kobalt (Bild: British geological Survey)

_______________________________________________________________________

Ähnliche Beiträge
Die Benutzung von mehreren seltenen Materialien in Batterien von Elektroautos hat die Nachfrage nach diesen
Wissenschaftler des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ in Potsdam berichten im Fachjournal „Remote Sensing of Environment“ über
Neue Forschungen von Wissenschaftlern des Natural history Museum London und der University of Adelaide haben Aufschluss über
Ein Wissenschaftler der Washington State University hat herausgefunden, dass ein Viertel des im Boden enthaltenen
Die Mikroorganismen, die Malaria, Leishmaniose und eine Vielzahl anderer Krankheiten verursachen, lassen sich bis auf
The following two tabs change content below.

Pia Gaupels

Gründerin bei GeoHorizon
Pia Gaupels, *86, Bibliotheksinformationsstudium an der TH Köln von 2007-2010. Studiert seit 2014 an der Universität Münster Geowissenschaften. Der Schwerpunkt liegt auf Planetare Geologie und Geoinformationswissenschaften. 2015 gründete Sie die Seite Geohorizon. Sie ausgeprägte Fähigkeiten in der Bild- und Videobearbeitung und arbeitet seit 2018 wieder als Bibliothekarin.

Ein Kommentar

Kommentare sind geschlossen.