Seltsame Fossilien sind eng mit Seeigeln verwandt

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Nur wenige Zentimeter lang lebten diese Tiere vor etwa einer halben Milliarde Jahren im Meer. Wegen ihrer seltsamen Morphologie haben Wissenschaftler lange Zeit darum gekämpft, ihren Ast am Baum des Lebens zu finden. Dies ist Forschern des French National Centre for Scientific Research (CNRS) nun gelungen.

War ihr langes Anhängsel einem Schwanz ähnlich? Das würde sie zu Vorfahren der Wirbeltiere machen. Ihre Skelette bestehen jedoch aus vielen Calcitplatten, die an die Körper von Stachelhäutern wie Seeigeln und Seesternen erinnern, obwohl ihnen die charakteristische Symmetrie dieser Tiere fehlt.

Kartierung der Eisenverteilung in einem Teil des gegliederten Anhängsels eines Stylophorans aus der marokkanischen Region Zagora. Eisenreiche, pyritisierte Zonen erscheinen in grün. Sie zeigen an, wo lebendes Weichgewebe nach der Lagerung lag. Hier sehen wir deutlich ambulacrale Podien (Pieds Ambulacraires) – Hohlräume für die Ernährung und Fortbewegung – die sich entlang des Wassergefäßkanals (Canal aquifère) verzweigen. Die Arme von Seesternen und anderen Stachelhäutern, wie Crinoiden und Schlangensterne, besitzen die gleiche Art von Struktur. (Quelle: Bertrand Lefebvre / LGL-TPE / CNRS)

Ein Team unter der Leitung von Bertrand Lefebvre, einem CNRS-Forscher am Laboratoire de Géologie de Lyon, konnte diese 150 Jahre alte Debatte mit außergewöhnlich erhaltenen Fossilien aus der Ausgrabung von Bou Izargane in Marokko endgültig beenden. Sehr ungewöhnlich ist, dass die Weichteile der versteinerten Kreaturen in Form von Pyrit, einem eisenhaltigen Mineral, konserviert wurden. Durch die Erfassung der Eisenverteilung in den Fossilien gelang es den Forschern, die Feinstruktur des Anhängsels zu klären. Diese entpuppt sich als vergleichbar mit der eines Seesternarms. Diese Organismen hatten also weder Kopf noch Schwanz, sondern einen Ernährungsarm.


Veröffentlichung: Bertrand Lefebvre et al. Exceptionally preserved soft parts in fossils from the Lower Ordovician of Morocco clarify stylophoran affinities within basal deuterostomes, Geobios (2018). DOI: 10.1016/j.geobios.2018.11.001

Quelle: off. Pm der French National Centre for Scientific Research

Titelbildunterschrift: Atemberaubend gut erhaltene, versteinerte Weichteile eines Stylophorans wurden kürzlich entdeckt. Hier ist die Rekonstruktion eines Individuums der stylophorischen Gattung Thoralicystis zu sehen. Stylophorane maßen 0,5 bis 4 cm und hatten flache, massive Körper mit paddelartigen Verlängerungen, analog zu Schneeschuhen, die es ihnen erlaubten, auf weichen Meeresböden zu leben. (Quelle: Rich Mooi / California Academy of Science / California Academy of Science)



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Pia Gaupels

Gründerin bei GeoHorizon
Pia Gaupels, *86, Bibliotheksinformationsstudium an der TH Köln von 2007-2010. Studiert seit 2014 an der Universität Münster Geowissenschaften. Der Schwerpunkt liegt auf Planetare Geologie und Geoinformationswissenschaften. 2015 gründete Sie die Seite Geohorizon. Sie ausgeprägte Fähigkeiten in der Bild- und Videobearbeitung und arbeitet seit 2018 wieder als Bibliothekarin.

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