Mysteriöser Ausbruch kam von der Campi Flegrei Caldera

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Der calderabildende Ausbruch von Campi Flegrei (Italien) vor 40.000 Jahren ist der größte bekannte Ausbruch Europas in den letzten 200.000 Jahren, aber weniger bekannt ist andere große Eruptionen des Vulkans. Die Eruption erfolgte vor 15.000 Jahren und war ebenfalls ein caldera-bildendes Ereignis. Ein neuer geologischer Artikel von Paul Albert und seinen Kollegen befasst sich mit einem 29.000 Jahre alten Ausbruch, der nachweislich von Campi Flegrei ausging und eine vulkanische Ascheschicht über 150.000 Quadratkilometer im Mittelmeergebiet verbreitete.

Das Wissen über große explosive Eruptionen wird hauptsächlich durch geologische Untersuchungen der exponierten Ablagerungen um den Quellvulkan herum gewonnen, wobei die Ablagerungen großer Eruptionen sehr dicke Schichten bilden. Seit den späten 1970er Jahren wurde jedoch eine weit verbreitete vulkanische Ascheschicht, die vor etwa 29.000 Jahren datiert wurde, häufig in Meeres- und Seesedimentkernen aus dem gesamten Mittelmeerraum identifiziert, die das Auftreten eines großräumigen Ausbruchs dokumentiert. Trotz dieser weiten Verbreitung und des relativ jungen Alters wurden bei keinem der wichtigsten aktiven Vulkane in der Region eindeutige Hinweise auf ein solches Ereignis gefunden.

In dieser Studie stimmt die detaillierte chemische Analyse ( vulkanisches Glas) einer Eruptionslagerstätte fünf Kilometer nordöstlich von der Campi Flegrei Caldera in Neapel, Italien, mit der charakteristischen Zusammensetzung dieser Ascheschicht vollständig überein. Dies, kombiniert mit einer neuen Datierung der ausbruchnahen Lagerstätte, bestätigt, dass Campi Flegrei für diese weit verbreitete Ascheschicht verantwortlich war.

Die Größe des Ausbruchs wurden vom Team anhand eines computergestützten Ascheausbreitungsmodells ermittelt, das die Mächtigkeiten der quellnahen Eruptionslagerstätten, in diesem Fall Masseria del Monte Tuff, mit denen des zugehörigen Aschefalls über das Mittelmeer verglich.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass dieser Ausbruch des Campi Flegrei dem jüngeren von zwei bekannten großen, calderabildenden Ausbrüchen des Vulkans, dem neapolitanischen Yellow Tuff (vor etwa 15.000 Jahren), ähnlich war.

Der Ausbruch des Masseria del Monte Tuff war kleiner als der ältere calderabildende Ausbruch – der riesige kampanische Ignimbrit (etwa 40.000 Jahre alt), der Asche bis nach Russland (mehr als 2.500 km vom Vulkan entfernt) verteilte.

Die 29.000 Jahre alte Masseria del Monte Tuff Eruption, die sich zwischen den bekannten caldera-bildenden Ereignissen befindet, reduziert signifikant das Wiederauftreten von massiven Ereignissen in der eruptiven Geschichte des Campi Flegrei.

Im Gegensatz zu anderen Ereignissen von großer Tragweite bei Campi Flegrei scheint das Fehlen von mächtigen, nachweisbaren Ablagerungen für diesen Ausbruch das Ergebnis der Ausbruchsdynamik und ihrer Zerstörung und Ablagerungen durch neuere Aktivitäten zu sein.

Diese Forschung hebt die Vorteile der Untersuchung von explosiven Eruptionsaufzeichnungen hervor, die als Aschefall in Sedimentaufzeichnungen erhalten bleiben, wenn man versucht, das Tempo und die Größe der vergangenen Aktivitäten an hochaktiven Vulkanen wie dem Campi Flegrei genauer zu rekonstruieren.



Veröffentlichung: P.G. Albert, B. Giaccio, R. Isaia, A. Costa, E.M. Niespolo, S. Nomade, A. Pereira, P.R. Renne, A. Hinchliffe, D.F. Mark, R.J. Brown, V.C. Smith. Evidence for a large-magnitude eruption from Campi Flegrei caldera (Italy) at 29 kaGeology, 2019; DOI: 10.1130/G45805.1

Quelle: off. Pm der Geological Society of America

Titelbildunterschrift: Campi Flegrei in Italien.
(Bild: NASA Earth Observatory Bild von Jesse Allen und Robert Simmon, unter Verwendung von EO-1 ALI-Daten des NASA EO-1 Teams)



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Pia Gaupels

Gründerin bei GeoHorizon
Pia Gaupels, *86, Bibliotheksinformationsstudium an der TH Köln von 2007-2010. Studiert seit 2014 an der Universität Münster Geowissenschaften. Der Schwerpunkt liegt auf Planetare Geologie und Geoinformationswissenschaften. 2015 gründete Sie die Seite Geohorizon. Sie ausgeprägte Fähigkeiten in der Bild- und Videobearbeitung und arbeitet seit 2018 wieder als Bibliothekarin.

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