Ein neuer Zahnwal aus dem Oligozän von Ecuador

In der Evolution der Wale fällt dem Oligozän (34-23 Ma) eine Schlüsselrolle zu. Neben verschiedenen ursprünglichen Formen der Bartenwale stammen aus dieser Epoche auch die ältesten bekannten Vertreter mehrerer heutiger Gruppen der Zahnwale, darunter neben den Pottwalen (Physeteroidea) und echten Delphinen (Delphinoidea) auch die heute fast ausgestorbenen Platanistoidea, zu denen die heutigen Gangesdelphine zählen. Mit Urkudelphis chawpipacha beschrieben Tanaka und Kollegen kürzlich den Schädel eines Jungtiers eines neuen ursprünglichen Vertreters dieser Gruppe.

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Pflanzenfressende Dinosaurier ergänzten ihren Speiseplan mit Krebstieren

Direkte Nachweise für das Ernährungsspektrum herbivorer Dinosaurier sind selten. Die anhand der Zahnform aufgestellte Hypothese, dass sich Ornithischier von faserigem Pflanzenmaterial ernährten wird durch einige in den letzten Jahrzehnten gefundene fossile Mageninhalte gestützt, doch die Zahl solcher Funde ist wohl kaum ausreichend, um einen vollständigen Eindruck vom Ernährungsplan dieser Tiere liefern zu können. Neue Funden von Koprolithen (fossilisierten Exkrementen) von Hadrosauriern oder Ceratopsiern aus der Kaiparowits-Formation (74-76 Ma alt, Campanium, Obere Kreide) von Utah enthüllen eine bislang unbekannte Seite im Fressverhalten großer Ornithischier: ähnlich wie manch heutiger Pflanzenfresser, nahmen auch diese Dinosaurier als “Nahrungsergänzungsmittel” zumindest manchmal tierische Nahrung auf.

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Ungewöhnliche Ökologie eines neuen Pliosauriers aus der Unterkreide von Russland

Hochentwickelte Pliosaurier (Thalassophonea) zählen zu den ikonischsten Meeresreptilien des Mesozoikums und traten vom mittleren Jura bis in die frühe Oberkreide vor allem als große bis gigantische Spitzenprädatoren in Erscheinung, welche, ähnlich heutigen Killerwalen, als Generalisten Jagd auf Beutetiere aller Art machten. Dagegen war unter kleinen, urtümlichen Formen der Pliosaurier und bei den verwandten Plesiosauriern eine Spezialisierung auf kleine Beutetiere wie Fische und Kopffüßer weit verbreitet. Mit Luskhan itilensis aus dem Hauterivium von Russland beschreiben Fischer et al. in einer neuen Studie nun den ersten großen Thalassophonier mit Anpassungen an eine solche piscivore Lebensweise.

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Pilze möglicherweise viel älter als gedacht

Die tiefe Biosphäre, also all jene Organismen, die innerhalb der Erdkruste leben, zählt zu den noch am wenigsten erforschten Lebensgemeinschaften der Welt. Kilometertief in Gesteinen leben neben Bakterien und Archaea auch Pilze. Die bislang ältesten bekannten Fossilbelege für eine solche Lebensweise sind ca. 400 Ma alt. Neue Funde möglicher Pilzhyphen in paläoproterozoischem Basalt deuten nun darauf hin, dass die tiefe Biosphäre sehr viel älter ist, als bislang angenommen.

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Moabosaurus, der nicht-Bombensaurier aus der Unterkreide von Utah

Mit über 20 Spezies liefert uns die Morrison Formation aus dem Oberen Jura Nordamerikas die wahrscheinlich zahl- und artenreichste Sauropodenfaune überhaupt, weltberühmte Gattungen wie Brontosaurus und Brachiosaurus sind darin ebenso vertreten wie eher obscure Taxa, etwa Cathetosaurus oder Suuwassea. Eine erdgeschichtliche Periode später, in der Oberen Kreide, kennt man dagegen vom gesamten Kontinent nur noch eine einzige Sauropodenart: Alamosaurus sanjuanensis. Noch dazu handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um eine aus Asien eingewanderte Art. Um die Mechanismen des Wandels und Aussterbens der nordamerikanischen Sauropoden zu verstehen, muss also ihre Evolution zwischen dem Ende des Jura und dem Auftreten von Alamosaurus weiter erforscht werden. Eine neue Art aus diesem Zeitintervall, Moabosaurus utahensis wurde kürzlich von Britt und Kollegen beschrieben.

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Eine neue Spezies von Daspletosaurus und ein Blick in das Gesicht eines Tyrannosauriers

Daspletosaurus horneri ist eine neue Tyrannosaurier-Spezies aus der oberen Two Medicine Formation (ca. 74-75Ma, oberes Campanium) in Montana, die von Thomas Carr und Kollegen kürzlich anhand zweier Teilskelette mit gut erhaltenen Schädeln und mehrerer einzelner Schädelknochen beschrieben wurde. Fossilmaterial der Art wird bereits 1992 als damals noch unbenannter “Two Medicine Tyrannosaurine” in einer Publikation von Horner et al. aufgeführt und ist seitdem mehrfach in phylogenetische Untersuchungen miteinbezogen, jedoch nie vollständig dokumentiert worden. Es handelt sich bei dem Fossilmaterial nicht nur augenscheinlich um eine neue, klar von der Typusart D. torosus abgrenzbare Spezies, sondern auch noch um eine in verschiedener Hinsicht für die Erforschung der Tyrannosaurier sehr interessante Art.

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Die gigantischen Dinosaurierfährten von Broome

Schon seit einiger Zeit ist der Broome-Sandstein aus der Unterkreide der Dampier-Halbinsel im Westen Australiens unter Freunden der Paläoichnologie bekannt. Bislang wurden aber von der gesamten Ichnofauna der Region nur Bruchteile wissenschaftlich beschrieben. In den vergangenen Jahren führte ein Team von Wissenschaftlern rund um Steven Salisbury von der University of Queensland eine detaillierte Bestandsaufnahme der Spuren durch, deren Ergebnisse vor kurzem im Journal of Vertebrate Palaeontology erschienen sind. Dabei konnte in über 400 Stunden Geländearbeit zwischen 11 und 21 unterschiedlichen Spurentypen unterschieden werden, darunter auch 6 neu beschriebene Ichnotaxa und die möglicherweise größten bekannten Fußabdrücke der Welt. Die Fundstelle ist damit weltweit einzigartig in ihrer Vielfältigkeit und gibt zudem Einblicke in die Faunenzusammensetzung im Unterkreidezeitlichen Australien.

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Frühester Riesenpinguin entdeckt

Neue Funde aus dem mittleren Paläozän von Neuseeland zählen nicht nur zu einem den ältesten bekannten Pinguinfossilien, sondern stammen auch von einem der größten Pinguine der Erdgeschichte. Die Anatomie und phylogenetische Position des neuen Exemplars deuten auf eine frühere Radiation der Pinguine als bislang angenommen, und auf eine lang anhaltende Blütezeit großwüchsiger Pinguine im Paläogen hin.

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Weichteilerhaltung und Funktionelle Anatomie von Anchiornis

Anchiornis huxleyi ist einer der ältesten Vertreter der Paraves, einer Gruppe, die die Vögel und deren nächste Verwandte, etwa Dromaeosaurier, Troodontiden und die merkwürdigen Scansoriopterygidae umfasst. Außerdem entspricht seine Anatomie einem Zwischenstadium zwischen Vögeln und ursprünglicheren Theropoden. Inzwischen kennt man von diesem winzigen Raubsaurier eine großen Zahl fossiler Exemplaren aus der Tiaojishan-Formation (Oberjura von China). Mittels Laser-stimulierter Fluoreszenzanalyse gelang es einer neuen Studie, die Form der Weichgewebe dieses Schlüsseltaxons in der Vogelevolution zu rekonstruieren.

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Der ungewöhnliche Schädel von Euchambersia: Giftdrüse oder Wärmesinnesorgan?

Die Schädelanatomie des kleinen Therocephaliers Euchambersia mirabilis aus dem Oberen Perm wurde schon früh als Hinweis auf einen giftigen Biss gedeutet. Diese fand breiten Zuspruch, dennoch fehlte es bislang an morphologischer Bestätigung. Eine neue Studie untersuchte nun den Schädel mithilfe von Mikro-CT und konnte so erstmals eine vollständige Beschreibung der inneren und äußeren Merkmale von Schnauze und Zähnen des Therapsiden liefern.

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