Kein Grund fürs Aussterben: Neanderthaler-Mütter stillten nach fünf bis sechs Monaten ab

Als Grund für das Aussterben der Neanderthaler vermuten einige Forscher, dass die damaligen Mütter ihre Säuglinge lange stillten und die Säuglinge so nicht früh genug vielfältige Nährstoffe für eine Höherentwicklung des Gehirns erhielten. Ein internationales Forscherteam hat nun vier Milchzähne auf die Elemente Strontium und Calcium hin untersucht, die auch noch nach 70.000 Jahren zuverlässig Auskunft über die Ernährung der Kinder geben. Das Ergebnis: Die Mütter begannen, wie heute üblich, ihre Kinder nach fünf bis sechs Monaten abzustillen. Das Stillverhalten und die damit zusammenhängenden Geburtsintervalle spielten also keine Rolle für das Aussterben der Neanderthaler.

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Fossile Fußabdrücke erzählen von der Reise prähistorischer Eltern

Hungrige Riesenraubtiere, tückischer Schlamm und ein müdes, wahrscheinlich quengeliges Kleinkind: Heute wie auch vor 10.000 Jahren war das der Stoff für den Alptraum aller Eltern. Vor kurzem fanden sich Beweise für diese Art von Furcht erregendem Fußmarsch, und mit fast 2 Kilometern Länge ist dies der längste bekannte Fußspurenweg des frühen Menschen, der je gefunden wurde.

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Süditalien: Neandertaler starben nicht wegen Kälte aus

Was führte zum Verschwinden der Neandertaler? Klimaschwankungen werden dafür häufig als Auslöser vermutet – für Süditalien konnte diese Ursache nun ausgeschlossen werden. Denn dort herrschte vor etwa 40.000 Jahren ein stabiles Klima vor, wie die Analyse eines in dieser Form bisher einzigartigen Tropfstein-Fundes nun belegt. Die Studie des internationalen Teams mit Innsbrucker Beteiligung erschien im Fachmagazin Nature Ecology & Evolution.

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Neandertaler hatten ältere Mütter und jüngere Väter

Als die Vorfahren heutiger Menschen vor etwa 50.000 Jahren Afrika verließen, trafen sie auf Neandertaler. Dieses Aufeinandertreffen führte zu einer Vermischung beider Gruppen. Zwei Prozent der DNA von heute außerhalb Afrikas lebender Menschen stammt von dieser Neandertaler-Population ab. Eine großangelegte Studie von Forschenden der Universität Aarhus in Dänemark, gemeinsam mit deCODE genetics in Island und dem Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig hat anhand der Genome von 27.566 heutigen Isländerinnen und Isländern untersucht, welche Teile in ihrem Erbgut von Neandertalern stammen und welchen Effekt diese haben.

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Evolutionäre Wurzeln des Sprachnetzwerks im Gehirn entdeckt

Das Sprachnetzwerk im Gehirn von Menschen hat einen früheren evolutionären Ursprung als bislang angenommen. Die Wurzeln der für die Sprache entscheidenden Strukturen könnten 20 Millionen Jahre älter sein als bisher vermutet wurde. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Wissenschaftlern der Universität Newcastle und des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften

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Prähistorisches Skelett in Südmexiko entdeckt

Ein prähistorisches menschliches Skelett, das in Südmexiko geborgen werden konnte, ist mindestens 10.000 Jahre alt und stammt wahrscheinlich aus der letzten Eiszeit. Die sterblichen Überreste der etwa 30 Jahre alten Frau hat ein internationales Forscherteam unter Federführung von Geowissenschaftlern der Universität Heidelberg untersucht. Der fossile Fund, dessen Alter mithilfe der Uran-Thorium-Datierung bestimmt werden konnte, liefert wichtige Erkenntnisse für die frühe Besiedlungsgeschichte des amerikanischen Kontinents.

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Mutter-Kind-Bindung vor 2 Millionen Jahren

Senckenberg-Wissenschaftler Ottmar Kullmer hat mit einem internationalen Team Zähne der ausgestorbenen Vormenschen-Art Australopithecus africanus in Hinblick auf die Nahrungsaufnahme im Kindesalter untersucht. Analysen der Zahnchemie zeigen, dass die Mütter der afrikanischen Homininen-Art ihre Kinder in den ersten 12 Lebensmonaten stillten und auch später – in Zeiten von Nahrungsknappheit – auf die Ernährung mit Muttermilch zurückgriffen. Die intensive, jahrelange Mutter-Kind-Bindung wird als eine der Ursachen für die geringe Nachkommen-Anzahl bei den Vormenschen gedeutet. Die Studie erscheint heute im renommierten Fachjournal „Nature“.

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