Australien driftet zu schnell für GPS

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Nicht dort, wo es eigentlich sein sollte: Australien
Nicht dort, wo es eigentlich sein sollte: Australien

Ende des Jahres wird eine erhebliche Korrektur notwendig: Denn Australien befindet sich derzeit nicht dort, wo es seinen Koordinaten nach sein sollte. Seit der letzten Abgleichung im Jahr 1994 soll sich der Kontinent um knapp 1,5 Meter nordwärts bewegt haben, berichtet die New York Times. Grund dafür ist ein außergewöhnlich starker Kontinentaldrift.

Australien scheint auf einer sich besonders schnell bewegenden Platte zu liegen, denn aus geologischer Sicht rast es nur so dahin: fast 7 Zentimeter im Jahr in Richtung Nord-Nordosten. Auch wenn diese Bewegung von der Bevölkerung nicht spürbar ist, so muss das Land seine Längen- und Breitengrade stetig neu justieren. Allein vier Mal in den letzten 50 Jahren war es nötig, die offiziellen Koordinaten eines jeden Gebäudes auf den neuesten Stand zu bringen. Bei der nächsten Messung – Ende des Jahres – wird eine Abweichung um circa 1,5 Meter erwartet.

Handelsübliche Navigationssysteme sind viel zu ungenau, als dass eine solche Abweichung Schaden hervorrufen könnte. Ein weit größeres Problem stellt jedoch die neue Generation des intelligenten Transportsystems dar, das auf präzise Messdaten der modernsten GPS-Technologie angewiesen ist. Diese nutzt neben Satelliten als auch Bodenstationen und soll auf weniger als einen Zoll (~2,54cm) genau sein.

Vom neuen Global-Positioning-System wird also viel abhängen: Die Bergbau-Gesellschaft Rio Tinto lenkt ihre erzbepackten Trucks schon jetzt per Fernsteuerung durch Westaustralien, Fehler in den Koordinaten könnte folgenschwere Unfälle nach sich ziehen. Auch ein fahrerloses Auto könnte bei einer Abweichung von 1,5 Metern bereits die Leitplanke durchbrochen haben oder auf der falschen Straßenseite fahren.

 

   

   

Quelle: New York Times (30.09.16)

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Pia Gaupels

Gründerin bei GeoHorizon
Pia Gaupels, *86, Bibliotheksinformationsstudium an der TH Köln von 2007-2010. Studiert seit 2014 an der Universität Münster Geowissenschaften. Der Schwerpunkt liegt auf Planetare Geologie und Geoinformationswissenschaften. 2015 gründete Sie die Seite Geohorizon. Sie besitzt ausgeprägte Fähigkeiten in der Bild- und Videobearbeitung und arbeitet seit 2018 wieder als Bibliothekarin.

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