Neu entdeckte Dinosaurierfossilien legen nahe, dass sie sich zum Schlafen wie Vögel zusammenrotteten

Veröffentlicht von
Share Button
Foto und Zeichnung der drei Oviraptoren in Schlafposition.
Bildrechte: Gregory Funston

Die mongolische Wüste Gobi ist seit Jahrzehnten berühmt für ihre ausgedehnten Ansammlungen an Dinosaurierfossilien, die makellos und detailgetreu erhalten sind und durch Vergesellschaftungen, die außerordentlich seltene Aufschlüsse über das Verhalten liefern, bestechen. Neu aufgefundene Überreste aus dieser Region zeigen ein zuvor vollkommen unbekanntes Verhalten vogelartiger Dinosaurier, die vor 70 Millionen Jahren lebten. Zumindest einige Exemplare dieser Dinosaurier, bei denen es sich möglicherweise um Mitglieder einer Familie handelt, rotteten sich zum Schlafen zusammen, so wie es moderne Vögel tun.
Gregory Funston, Doktorand an der University of Alberta (Kanada), präsentierte die Ergebnisse des Forscherteams am 25. August auf dem jährlichen Treffen der Society of Vertebrate Paleontology im kanadischen Calgary.

Der neue Hinweis, dass Dinosaurier zusammen in Gruppen schliefen, rührt von einem Fossilblock, der illegal aus der Mongolei exportiert und später konfisziert wurde, und enthält drei hervorragend erhaltene jugendliche Exemplare der Klasse der Oviraptoridae, Theropoden der Vogellinie innerhalb der Evolution. Diese drei Exemplare gehören derselben Spezies an, sind ungefähr in demselben Alter und wurden in einer Schlafposition konserviert, in der die drei Fossilien sich so nahe sind, dass sie sich zu Lebzeiten während des Schlafes berührt haben müssen. Diese spezielle Schlafposition ist heutzutage typisch für Vögel, vor allem Hühner und Tauben.

Das Fossilpräparat gelangte glücklicherweise in die Hände einer Gruppe von Wissenschaftlern, angeführt von Gregory Funston, und es ergab sich unter Obhut von Dr. Philip Currie, dem Betreuer von Gregory Funston, eine Kooperation mit dem Institut für Geologie und Paläontologie der Mongolei (in Ulaanbaatar).
Über den Fund sagt Funston, es sei ein fantastisches Fossilpräparat, da es sehr selten ist, dass man ein Skelett in seiner Lebenshaltung findet. Daher sei es unglaublich, dass ihnen zwei komplett erhaltene Individuen sowie Teile eines dritten Individuums vorliegen.

Die drei juvenilen Oviraptoren weisen einige Merkmale auf, die dafür sprechen, dass es sich dabei um eine ganz neue, noch unbeschriebene, Spezies handelt. Andere Fossilien die man in der Mongolei fand scheinen ebenfalls der neuen Spezies anzugehören und konkretisieren die Geschichte dieser Tiere auf weitergehende Art und Weise.
Die auffallende Kopf-Krone besteht bereits in einem frühen Alter, aber mit zunehmendem Alter reduziert sich die Schwanzlänge und die Knochen wachsen weiter zusammen.
Es wird debattiert, ob die Kopf-Krone und der Schwanz möglicherweise Kennzeichen darstellen, die der Balz dienen, ähnlich wie heutzutage beim Pfau oder dem Truthahn.

„Die Herkunft des Zusammenrottens beim Schlaf der Vögel ist nach wie vor nicht eindeutig geklärt, diese Exemplare werden wertvolle Informationen über dieses Verhalten der Theropoden, die der Vogel-Linie angehören, liefern“, so Funston.

Quelle: Society of Vertebrate Paleontology

Ähnliche Beiträge
Ein gewissermaßen „heißes“ Forschungsthema ist bis heute der Ursprung der sogenannten „Warmblütigkeit“ bei Säugetieren und
2017 feiert die Royal Society die 100 jährige wissenschaftliche Untersuchung des "Rhynie Chert" - Gebietes
Das Mesozoikum (252-66 Millionen Jahre vor heute) muss ein regelrechtes Vogelhaus voller Dinosaurier gewesen sein,
Die Wirbeltierpaläontologin Manja Voß und ihr Kollege Oliver Hampe vom Museum für Naturkunde Berlin fanden
Die Schreibkreide-Auster, Pycnodonte (Phygraea) vesiculare, wurde von der Paläontologischen Gesellschaft in Sagard auf der Insel
The following two tabs change content below.