Mars war womöglich voller Wasser

Veröffentlicht von
Share Button

Dass unser roter Nachbar, der Mars, Wasser beherbergt wird schon seit Jahrzehnten angenommen. Schon früh konnten seine Eiskappen mit Hilfe von Teleskopen entdeckt werden und Astronomen sahen in Kanälen alte Flussläufe. Eine Studie soll jetzt neue Beweise für Wasser auf dem frühen Mars aufzeigen. 

Unser roter Nachbar: Mars. War er auch mal ein “blauer Planet” und voller Wasser? (Quelle:NASA/JPL)

In den letzten zwanzig Jahren sendeten die Marsrover Sojourner, Spirit, Opportunity und Curiosity unglaublich wertvolle Daten an die Erde. Damit wollen die Wissenschaftler die Marsoberfläche deuten und Beweise für vergangenes oder noch vorhandenes Wasser finden.

Der Rover Curiosity konnte seit seiner Landung auf Mars im August 2012 um die 20 Kilometer in dem sogenannten Gale Krater umherfahren. Dabei hat er etwa 400 Meter Kratersedimente untersucht, darunter Gestein, das vermutlich 3,7 bis 4,1 Milliarden Jahre alt (Noachian, frühe Zeitspanne des Mars) ist, so Ezat Heydari von der Jackson State Universität in Mississippi, USA.

Heydari benutzt zusammen mit seinen Kollegen die Bilder, die Curiosity von den Sedimenten gemacht hat, um die geologischen Prozesse nachzuvollziehen, die vor Milliarden von Jahren auf Mars stattgefunden haben. Die Ergebnisse wurden am 4. November auf dem jährlichen Treffen der Geologischen Gesellschaft Amerikas präsentiert.

In diesen 400 Metern Gestein konnten die Forscher vier verschiedene Elemente ausmachen, die unterschiedliche Ablagerungsvorgänge zeigen. 

„Meiner Meinung nach war bei all diesen Ablagerungen Wasser involviert“

Ezat Heydari

Eine dieser Ablagerungen – als Hummocky Plain Unit bezeichnet – ist eine Ansammlung von Korngrößen von bis zu 20 Zentimetern. Außerdem zeigen die Bilder dieser Gegend Furchen gefüllt mit Rundsteinen und Kreuzschichten bis vier Metern Höhe – alles Anzeichen dafür, dass die Ablagerungsprozesse durch fließendes Wasser stattgefunden haben.

Zusätzlich beinhalten einige der Bilder Höheninformationen mit deren Hilfe ein topographisches Oberflächenmodell erstellt werden kann. So können die Profile der Furchen näher untersucht werden. 

„Diese Furchen sind asymmetrisch. Mit anderen Worten, sie wurden von einer gerichteten Strömung geformt.“

Ezat Heydari

Nachdem er die Bilder sah habe Heydari direkt an die kanalisierten Scablands in Washington gedacht. Die Furchen auf Mars haben gleichmäßige Abstände und etwa die doppelte Größe von denen in den Scablands. Vergleicht man sie, so haben sie ähnliche Eigenschaften, aber erst als er bei den Marsfurchen die Kreuzschichten entdeckte, so Heydari, habe er geschlussfolgert, dass die Ablagerungen auf Mars durch massive Fluten entstanden sein müssen.

Bei weiteren Vergleichen mit Flüssen hier auf der Erde stellte Heydari fest, dass es fließendes Wasser von 10 bis 20 Metern Tiefe benötigt um solche Kreuzschichten wie die auf Mars entdeckten zu formen. 

„Das ist einer der Gründe warum ich sage, diese Ablagerungen sind eher durch Fluten als du einen mickrigen Fluss entstanden“ 

Ezat Hexdari

Die im Gale Crater gefundenen Sedimente aus dem Noachian wurden in ähnlicher Weise abgelagert wie Sedimente hier auf der Erde im Pleistozän vor 2 Millionen bis 12.000 Jahren und zwar mit global vorkommenen Eis und dramatischen (Gletscher-)Fluten, so Heydari.

„Auf beiden Planeten war eine Hemisphäre von Eis bedeckt – die nördliche bei der Erde und die südliche bei Mars – und die andere Hemisphäre war warm“, sagte Heydari. Er fügt noch hinzu, dass dieser Vergleich wichtig ist, da er zeigt, wie ähnlich der frühe Mars der Erde im Pleistozän ist, wo immer noch ausreichend flüssiges Wasser vorhanden ist, das eine Vielfalt an Leben ermöglicht.

Quelle:

http://www.geosociety.org/GSA/News/pr/2018/18-37.aspx?fbclid=IwAR2YYyydceWsu3VLit1xXM0NuDyEPiWO6vURl0zUjFlB59vIDpiWQk4muxs

Präsentation:

https://gsa.confex.com/gsa/2018AM/webprogram/Paper319960.html
Ähnliche Beiträge
Vor etwa 66 Millionen Jahren schlug vor der Yucatán-Halbinsel im heutigen Mexiko ein Meteorit in
Eine Gruppe von Theoretikern des Lawrence Livermore National Laboratory (LLNL) konnte ein langes Rätsel der
UZH-Forschende haben statistisch die Zusammensetzung und Struktur von weit entfernten Exoplaneten samt ihren Atmosphären analysiert.
Eine neue Studie der University of Leeds hat eine detaillierte Schätzung dafür geliefert, wann genügend
Der politische Humorist Mark Russel scherzte einmal: "Die wissenschaftliche Theorie, die mir am besten gefällt,
The following two tabs change content below.

Shari van Treeck

Shari van Treeck, (*1988), hat BSc Geophysik und Meteorologie und MSc Physik der Erde und Atmosphäre mit dem Schwerpunkt Weltraumgeophysik an der Universität zu Köln studiert. Seit 2015 ist sie Doktorandin im Sonderforschungsbereich Transregio 32 an der Universität Bonn in der angewandten Geophysik.