Dutzende von Dinosaurier-Fußspuren geben Aufschluss über das frühere Ökosystem Alaskas

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Zahlreiche Dinosaurier-Fußabdrücke in Alaska zeigen, dass Hadrosaurier, die in hohen Breitengraden heimisch waren, bevorzugt in von Tiden beeinflussten Lebensräumen vorkamen. Dies geht aus einer Studie hervor, die nun in der Open-Access-Zeitschrift PLOS ONE von Anthony Fiorillo vom Perot Museum of Nature and Science veröffentlicht wurde.

Alaska ist bekannt für seine Dinosaurier-Fossilien, am bekanntesten sind sie aus Gebieten wie dem Denali Nationalpark und dem North Slope, aber es gibt nur sehr wenige Aufzeichnungen von Dinosauriern aus dem Südwesten des Staates. In dieser Studie dokumentieren Fiorillo und Kollegen reichlich Dinosaurierfußspuren vom Aniakchak National Monument, etwa 670 km südwestlich von Anchorage.

A: Lage des Aniakchack-Nationalparks und -Naturschutzgebietes (roter Stern) sowie der Dinosaurier-Knochensedimentlagen (blaue Kreise) in Alaska. B: Aufstandsmuster der Chignik-Formation (hellgrün) und in der Studie untersuchtes Gebiet (rotes Viereck) innerhalb des Aniakchak-Nationalparks und -Naturschutzgebietes. C: Küstenlinie des Untersuchungsgebietes, in welchem Aufschlüsse der Chignik-Formation hellgrün hervorgehoben sind. (Ill: s. Veröffentlichung)

Die Spuren wurden in der Chignik-Formation erhalten, einer Reihe von Küstenablagerungen aus der Spätkreidezeit vor rund 66 Millionen Jahren. Die Vermessungsarbeiten von 2001-2002 und 2016-2018 identifizierten mehr als 75 Spurenabschnitte, darunter Dutzende von Dinosaurier-Fußabdrücken. Basierend auf der Anatomie der Abdrücke identifizierten die Autoren zwei Fußabdrücke von gepanzerten Dinosauriern, einen von einem großen räuberischen Tyrannosaurus und einige Fußabdrücke von zwei Vogelarten. Die restlichen 93% der Spuren gehörten Hadrosauriern, sehr erfolgreichen Pflanzenfressern, die typischerweise die häufigsten Dinosaurier in hochgelegenen fossilen Ökosystemen sind.

Kreisdiagramm, der Häufigkeiten von Dinosaurier-Ichnotaxa in der Chignik-Formation. Hellblau = Hadrosaurier. Grün = Ankylosaurier. Gelb = Vogelbeckendinosaurier. Rot = Nicht-Vogel-Theropoden. (Quelle: s. Veröffentlichung)

Frühere Forschungen zu Skelett-Dinosaurierresten im Norden Alaskas haben ergeben, dass Hadrosaurier am häufigsten in Küstenlebensräumen vorkommen. Die in dieser Studie dokumentierten Spuren zeigen, dass der gleiche Trend auch im Süden Alaskas zu beobachten war. Die Autoren schlagen vor, dass das Verständnis der Lebensraumpräferenzen bei diesen Tieren dazu beitragen wird, zu verstehen, wie sich die Ökosysteme im Laufe der Zeit verändert haben, als sich die Umweltbedingungen verschoben und Dinosaurier über nördliche Korridore zwischen den Kontinenten wanderten.

Fiorillo fügt hinzu: “Unsere Studie zeigt uns etwas über die Lebensraumpräferenzen einiger Dinosaurier und auch, dass Entenschnabel-Dinosaurier unglaublich häufig waren. Entenschnabel-Dinosaurier waren so alltäglich wie Kühe, aber da wir in Alaska arbeiten, ist es vielleicht besser, sie als das Karibu der Kreide zu bezeichnen.”


Veröffentlichung: Fiorillo AR, Kobayashi Y, McCarthy PJ, Tanaka T, Tykoski RS, Lee Y-N, et al. (2019) Dinosaur ichnology and sedimentology of the Chignik Formation (Upper Cretaceous), Aniakchak National Monument, southwestern Alaska; Further insights on habitat preferences of high-latitude hadrosaurs. PLoS ONE 14(10): e0223471. doi.org/10.1371/journal.pone.0223471

Quelle: off. Pm des Perot Museum of Nature and science

Titelbildunterschrift: Künstlerische Darstellung von ANIA in der Spätkreide.
Basierend auf den sedimentologischen und technologischen Erkenntnissen dieser Studie. Nachdruck von [28] unter einer CC BY-Lizenz, mit Genehmigung von [Karen Carr], (Original Copyright[2018]. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0223471.g011)


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Pia Gaupels

Gründerin bei GeoHorizon
Pia Gaupels, *86, Bibliotheksinformationsstudium an der TH Köln von 2007-2010. Studiert seit 2014 an der Universität Münster Geowissenschaften. Der Schwerpunkt liegt auf Planetare Geologie und Geoinformationswissenschaften. 2015 gründete Sie die Seite Geohorizon. Sie ausgeprägte Fähigkeiten in der Bild- und Videobearbeitung und arbeitet seit 2018 wieder als Bibliothekarin.

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