Mineral des Jahres 2019: Malachit

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Das kupferhaltige Mineral Malachit aus der Mineralklasse der Karbonate wurde zum Mineral des Jahres 2019 gekürt.

geschliffener Malachit ( Foto: © Ondřej Synek)

Chemische Formel: Cu2[(OH)2|CO3]
Merkmale: Die Farbe des Malachits reicht von hellgrün bis schwarzgrün, während die Strichfarbe stets hellgrün ist. Malachit entwickelt derbe meist massige oder traubige, gebänderte Aggregate, seltener nadelige, prismatische Kristalle, die monoklin sind (Kristallklasse: 2 / m). Die Spaltbarkeit ist vollkommen, der Bruch schalig, splittrig bzw. spröde.
Die Mohshärte liegt bei 3,5 bis 4, die Dichte beträgt 3,6 – 4,0 g/cm³. Der Kupfergehalt des Minerals beträgt 57,4%.
Durch Sonneneinstrahlung bleicht er aus und Wasser führt zu einem Glanzverlust.
Durch den hohen Gehalt an Kupfer ist Malachit entsprechend giftig: Wasser in dem Malachit gelegen hat sollte keinesfalls getrunken werden und beim Zermahlen sollten entsprechende Schutzmaßnahmen vor dem giftigen Staub zum Tragen kommen.

traubiges Malachit-Aggregat (Foto: © Adolfo Beato )



Vorkommen: Am häufigsten in der Oxidationszone von Kupferlagerstätten, z.T. aber auch in porösen Sandsteinen. Begleitminerale sind oft Azurit, Chrysokoll, Cuprit, Limonit bzw. Goethit, sowie gediegen Kupfer.
Mittlerweile wird Malachit auch synthetisch hergestellt.


Bekannte Fundorte: Betzdorf im Siegerland (Deutschland), Ural (Russland), Zaire, Sambia, Simbabwe, Namibia, Arizona (USA)

Verwendung: Früher als Farbpigment genutzt, örtlich als Kupfer-Erz abgebaut oder als Leitmineral für primäre Kupfer Erze. Beliebt als Schmuck- und Dekorstein.
Bis ins Mittelalter hinein wurde zermahlener Malachit beim Löten von Goldschmieden eingesetzt, denn zusammen mit dem Kohlenmonoxid des Holzkohlefeuers kommt es zu einer chemsichen Reaktion bei der eine lötfähige Kupferlegierung entsteht, mit der man Drähte und kleine Goldstückchen auf eine Oberfläche “kleben” kann. Die Etrusker waren echte Meister in der Anwendung dieses Verfahrens, doch auch schon früher benutzte man es, so findet man Belege auf der Totenmaske und den Grabbeigaben des Pharaos Tutanchamun.

Quellenangaben

  • http://vfmg.de/mineral-des-jahres/
  • https://www.chemie.de/lexikon/Malachit.html
  • Schumann, Walter: Mineralien, Gesteine. BLV Naturführer. blv Verlag, München 2005
  • Matthes, Siegfried: Mineralogie. Springer-Lehrbuch. Springer Verlag, Berlin 1990




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Ariane Paninski

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