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Mutter-Kind-Bindung vor 2 Millionen Jahren

Senckenberg-Wissenschaftler Ottmar Kullmer hat mit einem internationalen Team Zähne der ausgestorbenen Vormenschen-Art Australopithecus africanus in Hinblick auf die Nahrungsaufnahme im Kindesalter untersucht. Analysen der Zahnchemie zeigen, dass die Mütter der afrikanischen Homininen-Art ihre Kinder in den ersten 12 Lebensmonaten stillten und auch später – in Zeiten von Nahrungsknappheit – auf die Ernährung mit Muttermilch zurückgriffen. Die intensive, jahrelange Mutter-Kind-Bindung wird als eine der Ursachen für die geringe Nachkommen-Anzahl bei den Vormenschen gedeutet. Die Studie erscheint heute im renommierten Fachjournal „Nature“.

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Mausgroßer Ursäuger mit guten Tischmanieren

Ein nur wenige Gramm schwerer Ursäuger verfügte wohl schon vor mehr als 160 Millionen Jahren über ein erstaunlich ausgefeiltes Schluckvermögen. Darauf deuten Fossilfunde aus China hin, die Forscher der Universität Bonn zusammen mit chinesischen und US-amerikanischen Kollegen analysiert haben. Das Tier hatte ein komplexes Zungenbein. Es konnte dadurch seine Nahrung – vor allem Insekten – in wohl kontrollierten Schluckbewegungen Richtung Verdauungstrakt befördern. Tiere ohne differenziertes Zungenbein wie etwa Reptilien verschlingen ihre Beute dagegen. Die Studie ist in der renommierten Zeitschrift „Science“ erschienen.

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Recycling auf der Erde schon seit mehr als 3 Milliarden Jahren – Plattentektonik viel älter als bisher angenommen

Erst vor 100 Jahren entwickelte Alfred Wegener die Theorie der Kontinentalverschiebung. Der damit verbundene Recyclingprozess von Krustenmaterial begann aber wesentlich früher als bisher angenommen. Ein internationales Wissenschaftlerteam unter Beteiligung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel legte jetzt Beweise vor, nach denen diese Prozesse schon vor mehr als drei Milliarden Jahren begannen. Die Studie wurde in der internationalen Fachzeitschrift Nature veröffentlicht.

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„Künstliche Intelligenz“ eignet sich zur Überwachung von Vulkanen

Mehr als die Hälfte der aktiven Vulkane der Erde werden nicht instrumentell überwacht. So können Ausbrüche auftreten, vor denen man mindestens theoretisch Menschen hätte warnen können, ohne dass ein Alarm ausgelöst wird. In einem ersten und noch frühen Schritt auf dem Weg zu einem Vulkanwarnsystem ist in einem Forschungsprojekt unter der Leitung von Sébastien Valade von der Technischen Universität Berlin (TU Berlin) und dem Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ in Potsdam eine neue Vulkanüberwachungsplattform entstanden, die Satellitenbilder unter anderem mithilfe „Künstlicher Intelligenz“ analysiert. Durch Tests mit Daten jüngerer Ereignisse zeigten Valade und seine Kollegen, dass ihre Plattform MOUNTS (Monitoring Unrest from Space) mehrere Datensätze mit unterschiedlichen Arten von Daten für eine umfassende Überwachung von Vulkanen zusammenführen kann. Die Ergebnisse des Teams wurden im Fachjournal Remote Sensing veröffentlicht.

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Buntbarsche im Riftvalley – Neues Licht auf Cichliden-Evolution in Afrika

Buntbarsche (Cichlidae) sind weltweit verbreitete tropische Süßwasserfische. Sie weisen vielfältige Spezialisierungen auf, wie zum Beispiel Brutpflege der Eier und Larven, manche betreiben zum Schutz des Nachwuchses sogar Maulbrutpflege. Als „Tilapia” sind einige Arten auch als Delikatesse bekannt und von großer ökonomischer Bedeutung. In Afrika haben Buntbarsche ihre größte Artenvielfalt entwickelt, mit mindestens 1.100 Spezies. Die meisten der Arten sind in den großen Seen im Ostafrikanischen Grabenbruch (Riftvalley) beheimatet.

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Was verzögerte die Sauerstoffversorgung der Erde?

Die Photosynthese, die eine riesige Biosphäre auf der Erde antreibt, ist die lichtinduzierte Reaktion, die Kohlendioxid und Wasser in Kohlenhydrate und Sauerstoff umwandelt. Vor etwa 2,3 Milliarden Jahren führte diese Reaktion zu einer dramatischen Sauerstoffanreicherung der Erdatmosphäre. Warum erfolgte die Oxygenierung der Atmosphäre so viel später als die Entwicklung der Sauerstoff freisetzenden Photosynthese?

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Älteste vollständig erhaltene Lilie entdeckt

In der renommierten Fachzeitschrift Nature Plants wurde von einem internationalen Forscherteam unter Leitung von Clément Coiffard, Museum für Naturkunde Berlin, die älteste vollständig erhaltene Lilie publiziert, Cratolirion bognerianum. Damit lässt sich nachweisen, dass einkeimblättrige Pflanzen erstaunlicherweise bereits vor 115 Millionen Jahren alle für sie typischen Merkmale aufwiesen und die tropischen Blütenpflanzen bereits sehr vielfältig waren. Damit ergeben sich neue Forschungsfragen über die Rolle der Tropen in der Entwicklung damaliger und heutiger Ökosysteme.

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Istanbul: Erstmals beweisen Unterwasser-Messungen Erdbebengefahr

Istanbul mit seinen mehr als 15 Millionen Einwohnern liegt genau an der Nordanatolischen Störung, einer Grenze zwischen zwei Erdplatten. Hier kommt es immer wieder zu verheerenden Erdbeben. Ausgerechnet der Abschnitt vor Istanbul konnte bisher nur indirekt beobachtet werden, weil er im Marmarameer unter Wasser liegt. Mit Hilfe des neuartigen Messsystems GeoSEA haben Forscher des Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel zusammen mit Kollegen aus Frankreich und der Türkei jetzt erstmals einen erheblichen tektonischen Spannungsaufbau unterhalb des Marmarameers nachgewiesen.

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Warum es vor 170 Millionen Jahren ein Systemwechsel in den Ozeanen gab

Der Ozean, wie wir ihn heute kennen, wurde nach neuen Erkenntnissen vor rund 170 Millionen Jahren durch einen globalen evolutionären Systemwechsel geprägt. Bis dahin wurde der Erfolg von marin lebenden Organismen stark durch abiotische Faktoren, wie Ozeanchemie und Klima, gesteuert. Ab dem mittleren Jura (vor rund 170 Millionen Jahren) gewannen jedoch biotische Faktoren, wie die Beziehungen zwischen Raubtier und Beute, immer mehr an Bedeutung. Wissenschaftler berichten jetzt in einer Nature-Veröffentlichung, dass diese Veränderung mit der Verbreitung von Kalziumkarbonat-sekretierendem Plankton und deren anschließender Ablagerung auf dem Meeresboden zusammenfiel.

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