Ungewöhnliche Ökologie eines neuen Pliosauriers aus der Unterkreide von Russland

Hochentwickelte Pliosaurier (Thalassophonea) zählen zu den ikonischsten Meeresreptilien des Mesozoikums und traten vom mittleren Jura bis in die frühe Oberkreide vor allem als große bis gigantische Spitzenprädatoren in Erscheinung, welche, ähnlich heutigen Killerwalen, als Generalisten Jagd auf Beutetiere aller Art machten. Dagegen war unter kleinen, urtümlichen Formen der Pliosaurier und bei den verwandten Plesiosauriern eine Spezialisierung auf kleine Beutetiere wie Fische und Kopffüßer weit verbreitet. Mit Luskhan itilensis aus dem Hauterivium von Russland beschreiben Fischer et al. in einer neuen Studie nun den ersten großen Thalassophonier mit Anpassungen an eine solche piscivore Lebensweise.

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Pilze möglicherweise viel älter als gedacht

Die tiefe Biosphäre, also all jene Organismen, die innerhalb der Erdkruste leben, zählt zu den noch am wenigsten erforschten Lebensgemeinschaften der Welt. Kilometertief in Gesteinen leben neben Bakterien und Archaea auch Pilze. Die bislang ältesten bekannten Fossilbelege für eine solche Lebensweise sind ca. 400 Ma alt. Neue Funde möglicher Pilzhyphen in paläoproterozoischem Basalt deuten nun darauf hin, dass die tiefe Biosphäre sehr viel älter ist, als bislang angenommen.

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Flechten aus dem Bernsteinwald – Forscher entdecken 152 neue Arten

Ein Forscherteam der Universitäten Göttingen und Helsinki hat 152 neue fossile Flechten in Bernsteinen entdeckt und analysiert. Die Fossilien sind zwischen 24 und 47 Millionen Jahre alt und stammen von zwei bedeutenden europäischen Bernsteinlagerstätten: aus dem Baltikum und aus Bitterfeld in Sachsen-Anhalt. Bisher existierten lediglich 15 fossile Belege von Flechten. Mit dem Fund hat sich die Zahl der bekannten Flechtenfossilien also mehr als verzehnfacht. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Nature Plants erschienen.

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Moabosaurus, der nicht-Bombensaurier aus der Unterkreide von Utah

Mit über 20 Spezies liefert uns die Morrison Formation aus dem Oberen Jura Nordamerikas die wahrscheinlich zahl- und artenreichste Sauropodenfaune überhaupt, weltberühmte Gattungen wie Brontosaurus und Brachiosaurus sind darin ebenso vertreten wie eher obscure Taxa, etwa Cathetosaurus oder Suuwassea. Eine erdgeschichtliche Periode später, in der Oberen Kreide, kennt man dagegen vom gesamten Kontinent nur noch eine einzige Sauropodenart: Alamosaurus sanjuanensis. Noch dazu handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um eine aus Asien eingewanderte Art. Um die Mechanismen des Wandels und Aussterbens der nordamerikanischen Sauropoden zu verstehen, muss also ihre Evolution zwischen dem Ende des Jura und dem Auftreten von Alamosaurus weiter erforscht werden. Eine neue Art aus diesem Zeitintervall, Moabosaurus utahensis wurde kürzlich von Britt und Kollegen beschrieben.

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Teleocrater: Überraschendes von der Stammlinie der Dinosaurier

Eigentlich sind die groben Züge des Stammbaums innerhalb der Archosaurier inzwischen gut bekannt. Vor allem ist der Split in die zwei Hauptlinien der Avemetatarsalia (der Dinosaurier-Vogel-Linie) und der Pseudosuchia (oder auch: Crurotarsi; die Krokodil-Linie) allgemein akzeptiert. Was bislang aber nur unzureichend bekannt ist, ist die Stammlinie der Dinosaurier-Linie mit den basalen Verzweigungen der Avemetatarsalia. Die meisten dort einzuordnenden Formen besitzen entweder bereits eigene weitreichende Spezialisierungen oder sind nur bruchstückhaft bekannt. Beides kaschiert ein wenig, was denn nun wirklich der ursprüngliche Zustand dieser erfolgreichen Linie gewesen ist. Eine neue Entdeckung scheint nun etwas Licht ins Dunkel zu bringen und dabei auch Überraschungen parat zu haben. Der Name der neuen Art: Teleocrater rhadinus.

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Nahezu vollständiger Säbelzahntiger-Schädel gefunden

Unter der Leitung von Wissenschaftlern des Senckenberg-Forschungsinstituts und von der Universität Tübingen hat das Grabungsteam Überreste einer Säbelzahnkatze in der Fundstelle Schöningen entdeckt. Untersuchungen der Schädelfragmente an der niederländischen Universität Leiden zeigen, dass es sich bei dem Tier um einen Vertreter der europäischen Säbelzahnkatze Homotherium latidens handelt. Durch den neuen Fund sind nun bereits drei Individuen der großen Raubkatzen aus Schöningen bekannt.

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Eine neue Spezies von Daspletosaurus und ein Blick in das Gesicht eines Tyrannosauriers

Daspletosaurus horneri ist eine neue Tyrannosaurier-Spezies aus der oberen Two Medicine Formation (ca. 74-75Ma, oberes Campanium) in Montana, die von Thomas Carr und Kollegen kürzlich anhand zweier Teilskelette mit gut erhaltenen Schädeln und mehrerer einzelner Schädelknochen beschrieben wurde. Fossilmaterial der Art wird bereits 1992 als damals noch unbenannter “Two Medicine Tyrannosaurine” in einer Publikation von Horner et al. aufgeführt und ist seitdem mehrfach in phylogenetische Untersuchungen miteinbezogen, jedoch nie vollständig dokumentiert worden. Es handelt sich bei dem Fossilmaterial nicht nur augenscheinlich um eine neue, klar von der Typusart D. torosus abgrenzbare Spezies, sondern auch noch um eine in verschiedener Hinsicht für die Erforschung der Tyrannosaurier sehr interessante Art.

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Die gigantischen Dinosaurierfährten von Broome

Schon seit einiger Zeit ist der Broome-Sandstein aus der Unterkreide der Dampier-Halbinsel im Westen Australiens unter Freunden der Paläoichnologie bekannt. Bislang wurden aber von der gesamten Ichnofauna der Region nur Bruchteile wissenschaftlich beschrieben. In den vergangenen Jahren führte ein Team von Wissenschaftlern rund um Steven Salisbury von der University of Queensland eine detaillierte Bestandsaufnahme der Spuren durch, deren Ergebnisse vor kurzem im Journal of Vertebrate Palaeontology erschienen sind. Dabei konnte in über 400 Stunden Geländearbeit zwischen 11 und 21 unterschiedlichen Spurentypen unterschieden werden, darunter auch 6 neu beschriebene Ichnotaxa und die möglicherweise größten bekannten Fußabdrücke der Welt. Die Fundstelle ist damit weltweit einzigartig in ihrer Vielfältigkeit und gibt zudem Einblicke in die Faunenzusammensetzung im Unterkreidezeitlichen Australien.

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